Beringt werden die Vögel je nach Größe im Alter von ca. 7 bis 8 Tagen. Es gibt da auch Ausnahmen, sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Manche Vögel kann man schon nach 6 Tagen beringen, andere erst nach 9 oder 10 Tagen, je nachdem wie stark der Knochenbau ist. Es ist auch durchaus möglich, dass in einem Nest Vögel in unterschiedlicher Größe liegen, darum sollte man eine tägliche Nestkontrolle vornehmen. Der Ring sollte nicht all zu leicht, aber auch nicht zu schwer drauf gehen. Ist der Fuß des Vogels noch zu klein, kann es möglich sein, dass der Ring wieder abfällt. Im umgekehrten Fall, kann sein, dass man den Vogel verletzt. Außerdem kann es passieren, dass das Weibchen das ein-oder andere Junge aus dem Nest befördert. Die Weibchen sind in der Regel darauf bedacht, das Nest sauber zu halten. Der Ring ist für das Weibchen ein Fremdkörper, den es aus dem Nest entfernen möchte und so kann es sein, dass der Jungvogel ganz unbeabsichtigt mit aus dem Nest befördert wird. Waldvogelzüchter tarnen den Ring mit einem Ventilgummi oder ähnlichem was der Farbe des Vogelbeines ähnlich sieht um so das Weibchen zu überlisten. Das Ventilgummi wird über den Ring gezogen. Nach dem Beringen der Jungen ist es ratsam einmal mehr in den Käfig zu schauen, ob nicht trotz aller Vorsichtmaßnahmen doch ein Jungvogel auf dem Käfigboden liegt. Da die Jungen in diesem Fall sehr schnell auskühlen, nimmt man das Kleine in die hohle Hand und haucht es so lange an, bis es sich wieder erwärmt hat. Anschließend legt man es ins Nest zurück. Auch wenn das Junge manchmal so auskühlt, dass man meint es wäre tot sollte man trotzdem ver- suchen ihm buchstäblich wieder Leben einzuhauchen, man wird erstaunt sein wenn sich das Junge plötzlich wieder bewegt. Beim Beringen nimmt man den Vogel in die linke Hand, die vorderen drei Zehe hält man zusammen und schiebt den Ring vorsichtig darüber. Die hintere Zehe legt man ans Bein und schiebt den Ring so weit zurück, bis diese wieder zum Vorschein kommt. (siehe Zeichnung)
Wolfgang Trümper

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Beim Zurückschneiden der Krallen nimmt man den Vogel in die linke Hand und zwar so, dass der Kopf zwischen Daumen und Zeigefinger aus der Faust herausragt. Der Vogelfuß wird nun gegen das Licht gehalten. Die durchsichtige Hornbedeckung lässt jetzt eine feine Blutader erkennen (das "Lebendige"). Beim Schnitt sollte man dieses möglichst nicht verletzen. Der Schnitt erfolgt in Richtung des Hornwachstums, gleichlaufend dem unteren Rand der Kralle (siehe Abb.). Man bedient sich zu diesem Zwecke einer scharfen Schere, eines Nagelkneifers oder bei größeren, wehrhaften Vögeln wie Eulen, Raubvögeln oder Papageien einer Schneidezange. Sollte man wider Erwarten beim Beschneiden die Blutader verletzen, kann die Blutung gestillt werden, indem man die Kralle unter einen feinen kalten Wasserstrahl hält. Hilft dieses nicht, kann man auch ein blutstillendes Mittel benutzen. Beim Zersplittern der Kralle entfernt man die Splitter oder Fasern mit einer Schere. Große oder wertvolle Tiere sollte man von einem Tierazt behandeln lassen. Um Zersplitterung zu vermeiden, kann auch ein Hufmesser Verwendung finden.
Wolfgang Trümper

